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Residenzen statt spielender Kinder

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Am 15.3.2017 stimmte der Gemeinderat mit den Stimmen von déi gréng, LSAP, CSV, Déi Lénk und KPL einer wichtigen Änderung des Bebauungsplans (PAG) zu, die vorsieht, auf dem großen Spielplatz in der Route de Pétange in Niederkorn zwei große Wohnresidenzen zu errichten.
Vom Park und dem heutigen Spielplatz bliebe demnach kaum noch ein Drittel bestehen.


Die Argumente der DP zugunsten eines Erhalts der Grünfläche wurden von der aktuellen Mehrheit ignoriert. „Diese Grünfläche ist eine der wenigen Freiflächen innerhalb unserer Gemeinde. Generationen von Niederkorner haben hier gespielt und noch heute kommen täglich viele Jugendliche mit dem Bus zum Fußballspielen“, so die DP-Fraktionssprecherin Martine Goergen. „Unser Bürgermeister brüstet sich im ganzen Land mit seinem Appartementverbot, doch in Niederkorn will er nun zwei klotzige Residenzen zwischen die umliegenden Einfamilienhäuser setzen.“
Für Bürgermeister Traversini sind Spielplätze eben Baulücken, und die gehören zugebaut. „Das Spielfeld sei an sich eine Baulücke“, argumentierte er noch. „Da die Gemeinde Einfamilienhäuser schützen und den Bauperimeter nicht erweitern wolle, müssten diese zur Verfügung stehen, um Wohnraum zu schaffen.“ (Über Bürgermeister Traversini im Wort vom 16.03.2017)

Nicht nur die DP, auch die betroffenen Anrainer, sind von diesem Projekt wenig begeistert. Auch wenn der Bürgermeister seine Vorgehensweise dadurch begründet, dass die Anrainer nach anfänglichen Protesten in die Entscheidung miteingebunden wurden, handelt es sich hierbei um Augenwischerei. In besagter Informationsversammlung wurde den Bürgern nur eine Möglichkeit vorgeschlagen. Diese wurde natürlich akzeptiert, da ein Drittel Spielplatz im Vergleich zu keinem Spielplatz eine Verbesserung darstellt. Nach Aussage des Bürgermeisters, geschieht diese Umklassierung auf Wunsch eines privaten Bauträgers. Dieser will der Gemeinde ein Grundstück im ‚Mathendall‘ zum Bau einer Schule überlassen, wenn er im Gegenzug die Grundstücke in der Route de Pétange erhält und dort zwei Wohnresidenzen errichten darf. Man könnte fast meinen, dass Bürgermeister Traversini diesen Deal mit einem privaten Bauträger noch kurz vor den Gemeindewahlen durchpeitschen möchte. Städtebau ist Sache der Bürger. Nicht so in Differdingen. Reichen dort etwa private Bauträger ihre Wünsche beim Bürgermeister ein und schon läuft die Sache?
Die Differdinger DP schlug dagegen eine sinnvollere Alternative vor: anstatt den heutigen Spielplatz zu verbauen, hätte man bestehendes Bauland, über das die Gemeinde durchaus verfügt, tauschen können.

 

Wie können die Bürger sich gegen diese Änderung des Bebauungsplans wehren?
Die oben aufgeführte punktuelle Abänderung des Bebauungsplans (PAG) wurde vom Gemeinderat in seiner Sitzung vom 15.3.2017 mehrheitlich angenommen.
An einem der folgenden 15 Tage muss die ganze Akte im Gemeindehaus ausgelegt werden, dies während einer Dauer von 30 Tagen, damit die Allgemeinheit Kenntnis davon nehmen kann. Über diese Möglichkeit muss an den üblichen Stellen per Aushang, sowie in 4 luxemburgischen Tageszeitungen per Anzeige, informiert werden. Anschließend ist der Schöffenrat dazu verpflichtet, die Bevölkerung zu einer Informationsversammlung einzuladen.
In einer Frist von 30 Tagen nach der Veröffentlichung in den Tageszeitungen müssen die Einwände und Beschwerden schriftlich beim Schöffenrat eingereicht werden. (Art. 10-18, Gesetz vom 19.7.2004)

 

 

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